Pentax XW 7mm und 10mm

Brennweite: 7mm
Scheinbares Gesichtsfeld: 70°            
Abmessungen: ca 130mm lang (XW7, verstellbare Augenmuschel), 61mm Durchmesser
Beschriftung: "Pentax 7 SMC Pentax XW 7"

Verarbeitung: Oberer Okularkörper komplett gummiert und geriffelt, unterer Okularkörper Metall. Einsteckhülse 30mm lang, 1,25" und mit Sicherungsnut. Innen komplett mattschschwarz. Augenmuschel durch Drehung des oberen Okularkörpers verstellbar. Der obere Teil der Augenmuschel ist abschraubbar, darunter befindet sich ein 43mm Gewinde, z.B. für die Adaption einer Digitalkamera. 35mm Augenlinse, schimmert violett.

Abbildung: Das Okular zeigt am Intes Micro Mak und Ylena Mak Teleskopen eine knackscharfe Abbildung, und zwar bis zur Feldblende hin. Am schnellen Refraktor fällt mir die Beurteilung schwer, da dieser FH-Refraktor bei der eingestellten Vergrösserung schon etwas weich ist. Im Vergleich zum Seben Plössl 6,5mm erkennt man aber sofort, das auch das Okular einiges zur Leistung eines Teleskopes beiträgt. Der Jupiter im Intes Micro Mak (knapp 260x) erscheint dank des Gesichtsfeldes noch komplett mit 4 Monden im Gesichtsfeld. Das Okular hat - trotz beachtlicher Glasmasse - offensichtlich eine sehr gute Transmission. Ein Blick auf M13 bestätigt den Eindruck: Fein aufgelöst mit unendlich vielen Sternen erscheint der Kugelhaufen, immer noch recht komplett, im Gesichtsfeld. Eine gute Dunkeladaption des Auges ist natürlich Vorraussetzung. Die Kombination 12mm Plössl + Barlow zeigt ebenfalls feine Sternpünktchen - aber irgenwie deutlich weniger davon als das Pentax. Die Augenlinse ist sehr gross und fast eben - so kann mal manchmal bei Planetenbeobachtung einen leichten Lichthof erkennen. Eine Krankheit der meisten Okulare mit sehr grosser und flacher Augenlinse - der helle Planet reflektiert Licht vom Auge zurück auf die Okularlinse. Beim Pentax erscheit dieser "Reflex" jedoch nicht als weiterer Lichtpunkt, sondern eher als "unscharfes, dunkles Nebelfleckchen", das bei Augenbewegung etwas wandert. Im Grunde nicht weiter störend, solange es sich nicht mit dem Planeten deckt, was man duch leichte Augenbewegung verhindern kann.

Einblick: Das Beste überhaupt. Der Einblick ist - für ein 7mm Okular - ruhig, und dank der durch Drehung einstellbaren, großzügigen Augenmuschel findet das Auge den optimalen Einblickpunkt, und bleibt auch da. In der Kombination mit der - gut eingestellten - Augenmuschel kann man von einem sehr ruhigem Einblick sprechen. Ob mit oder ohne Brille kann das gesamte Gesichtsfeld komplett überbickt werden, denn der Augenabstand ist unglaublich gross. Ohne Brille schliest sich die Augenmuschel komplett um das Auge - kein Fremdlicht stört, keine Kante nerft, der geschlossene Ring der Augenmuschel hällt das Auge, wo es hingehört. Wer spechteln auch entspannend findet, wird dieses Okular lieben. Nicht selten schaue ich mal "ein Weilchen" auf ein Objekt und vergesse dabei total die Zeit. Ebenfalls beachtlich ist die Art, wie das Gesichtfeld präsentiert wird: Irgentwie schafft es Pentax, die 70° an scheinbarem Gesichtsfeld komplett "in's Auge zu schieben", es ist einfach da - ein Blick nach oben oder zu den Seiten hin ist nicht nötig. Die Fokuslage findet man auch bei schwachen Objekten: man sieht nur ein paar schwache "Flecken", dreht am Fokus, und "klick" - sind plötzlich Sterne da.

Lieferumfang: Okular, 2 Deckel, der bekannte Dreh-Behälter, eine Anleitung.

Fazit: Transparenz und Schärfe sind tadellos. Zusammen mit dem grossen Gesichtsfeld und dem herrlichen Einblick macht mir die Beobachtung mit diesem Okular einfach nur Spass. Der Preis dafür ist heftig, aber zumindestens gibt es auch nicht den geringsten Anlass, den Kauf zu bereuen. Mein erstes, aber sicher nicht mein letztes Pentax-Okular.

Pentax XW10: Zusätzlich habe ich inzwischen auch die 10mm  - Variante des Okulares erworben. Um es kurz zu machen: Alles ist gleich wie beim 7mm. Lediglich ist das Okular schon spürbar kleiner und leichter als das XW7. Sehr praktisch ist auch die gleiche Fokuslage: Nach einem Wechsel zwischen den beiden Okularen muss nicht neu scharfgestellt werden - allenfalls eine ganz kleine Korrektur.