Astrolan Ultrawide 30mm 2"

Brennweite: 30mm
Scheinbares Gesichtsfeld: 80°
Abmessungen: 114mm lang, 60mm Durchmesser
Beschriftung: "ASTROLAN®™ Ultawide 30mm 80° Fully Multicoated Made in China"

Verarbeitung: Die Okularfassung ist aus Metall, seitlich mit breitem, geriffelten Gummiring. Glatte 2" Einsteckhülse, innen nur teilweise geschwärzt. Es gibt 2 Versionen: Mit Gewindering zum Anschluss einer Kamera oder mit glattem Metallring an der augenseitigen Linse. Die Linsen schimmern grünlich, die augenseitige Linse hat etwa 38mm Durchmesser.

Abbildung: Ein grosses Problem bei Okularen mit grossem scheinbaren Gesichtsfeld ist der Bereich, in dem sie scharf abbilden. Nicht selten schrumpft gerade in schnellen Teleskopen das nutzbare Gesichtsfeld wegen Unschärfe am Rand sehr zusammen. Das Astrolan verwende ich vor allem im Intes Micro 703, wo es bestens funktioniert: feine, punktförmige Sternabbildung, erst unmittelbar am Rand, quasi schon an der Feldblende, verzerren sich die Sterne länglich - man könnte sagen, 98% des Gesichtsfeldes sind im F/10 - Mak scharf und uneingeschränkt nutzbar, der kleine Bereich am Rand fällt nicht weiter auf - man muss danach suchen.
Im TS Refraktor (f/6.5) sieht es dann schon anders aus: Der zentrale Bereich zeichnet ebenfalls sehr schön scharf, zum Rand hin verläuft sich die Abbildungsqualität langsam. Rund 75% des Gesichtsfeldes sind sehr gut nutzbar, beim "geraden" Blick in das Okular sieht auch erst einmal alles scharf aus. Erst wenn man seine Konzentration mehr auf die Randbereiche richtet werden die Schwächen erkennbar, was der Funktion als "Übersichtsokular" allerdings kaum stört, für die Orientierung reicht die Abbildung am Randbereich noch allemale aus. Eine Aussage zur Transmission fällt mir nicht leicht, da ich es noch nicht mit Okularen gleicher Brennweite vergleichen konnte.

Einblick: Das Okular hat einen recht grossen Augenabstand, die Brille kann aufbleiben. Leider ist keine Augenmuschel vorhanden, man schaut "frei schwebend" in das Okular. Da der Einblick sehr ruhig ist - Blackouts treten erst weit von der Aches auf - ist dies aber noch bequem möglich. Durch die fehlende Augenmuschel ist das Okular - oder besser die obere Linse - jedoch recht anfälltig für seitliches Fremdlicht, z.B. einer Strassenlaterne - so muss man schon mal mit der Hand abschirmen. Das grosse Gesichtsfeld lässt sich gut überblicken, wenn auch nicht "auf einen Schlag": man muss schon nach oben, unten, links und rechts schauen, um das ganze Feld zu erfassen.

Lieferumfang: Okular, 2 Deckel, Aufbewahrungsbehälter (Dreh-Box).

Fazit: Abgesehen von der fehlenden Augenmuschel ein gut einsetzbares Übersichtsokular mit sehr grossem scheinbaren Gesichtsfeld zu einem günstigen Preis. Vor allem für Geräte mit kleinen Öffnungsverhältnissen geeignet (ab F/10 und langsamer habe ich keine Bedenken), bei schnellen Öffnungsverhältnissen zunehmende Unschärfe am Rand (schneller als F/6 halte ich für problematisch).